Weine des Valpolicella

Die Weine und Klassifizierungen des Valpolicella

Photo by Michael Sinne

Die weitaus größte Menge des im Valpolicella-Gebiet produzierten Weines ist Rotwein, aber immer mehr Winzer bieten mittlerweile auch Weißweine an. Zu 90% werden die Roten aus den drei Rebsorten Corvina, Corvinone und Rondinella hergestellt. Die restliche Menge teilen sich die ebenfalls im Valpolicella beheimateten Molinara und Oseleta. Die Reben werden zu 100% im Pergola-Stil angebaut. Im Zuge der Professionalisierung und auch der Internationalisierung (ca. 65% der Valpolicella-Weine gehen in den Export) werden aber auch zunehmend andere Rebsorten wie z.B. Croatina, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon oder Sangiovese angebaut. Die wenigen Weißweine der Region werden fast ausschließlich aus der Garganega-Traube produziert.

Das Valpolicella umfasst nach der Reform der EU-Weinmarktordnung heute folgende top klassifizierte Weine.

Daneben findet man aber auch zahlreiche nicht eingestufte Weine von überraschender Qualität.

Der Valpolicella DOC, zumeist als Classico angeboten ist der „Brot und Butter Wein“ der Region, ein frischer, nur kurz gelagerter, Wein aus Corvina, Corvinone, Rondinella und optional Molinara und Oseleta. Der „Classico“ ist nur bedingt lagerfähig und sollte jung getrunken werden. Die Qualitätsunterschiede innerhalb des „Classico“ sind von Winzer zu Winzer teils dramatisch. Ebenso die Preisunterschiede. Da hilft nur kosten kosten kosten…

Der Valpolicella DOC Superiore wird für 6 – 24 Monaten im Tank gelagert. Einige Winzer bauen ihn aber auch in Barrique aus. Auch hier findet man heftige Qualitätsunterschiede, einige der besseren Superiore werden mittlerweile zu gesalzenen Preisen gehandelt.

Beim Valpolicella Ripasso DOC ist die Besonderheit die Zweitgärung (bis zu 20 Tage) mit dem Trester des Amarone. Dadurch gewinnt der Ripasso an Aroma und Alkoholgehalt. Die Ripasso-Weine weisen durch diese Art der Vinifizierung eine enorme Lagerfähigkeit auf.

Der Amarone schließlich, der König des Valpolicella, ist in seiner Art der Herstellung einzigartig. Die Trauben für den Amarone werden nach der Lese für sechs bis zwölf Wochen getrocknet. Traditionell geschah dies auf Strohmatten in der Sonne, heutzutage jedoch der Einfachheit halber auf Rosten in gut durchlüfteten Lagerhäusern. Appassimento heißt dieser Vorgang der Trocknung. Durch die erlangte Flüssigkeitsreduktion erhält man gehaltvolle Weine mit hohem Alkoholgehalt (15% oder mehr). Nach der Gärung muss der Amarone noch mindestens zwei Jahre im Eichenfass reifen.

Der Amarone war ein wichtiger Faktor beim Prestigegewinn des Valpolicellagebietes in den letzten 10-15 Jahren. Weine von teils überragender Qualität hatten auf dem Weltmarkt großen Erfolg und erzeugten eine Nachfrage, denen die Winzer nur allzu gerne nachkamen. So ist in den letzten 12 Jahren die Menge des produzierten Amarone um über 50% angestiegen, die des Ripasso um mehr als das dreifache. Seit 2010 ist die Produktionsmenge des Amarone durch das Consortio (Winzerverband und Qualitätsautorität) auf 50% der im Valpolicella angebauten Trauben beschränkt.

Ähnlich wie der Amarone wird der Recioto aus getrockneten Trauben hergestellt, jedoch wird hier die Gärung früher gestoppt, so dass weniger Alkohol enthalten ist und durch den nicht vergorenen Zucker ein Süßwein entsteht.

Auf die Besonderheiten hinsichtlich Trocknungsverfahren, Lagerung und Reifung werde ich im Rahmen der hier im Blog vorgestellten Weine noch näher eingehen.

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1 Kommentar

  1. Kunstmann schreibt:

    Der Amarone und der Ripasso sind von Valpolicella meine Lieblingsweine. Beide haben ein hervorragendes Aroma. Der Recioto ist auch sehr gut aber würde ich nicht meinen Lieblingswein nennen.

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