{"id":700,"date":"2017-04-17T14:06:14","date_gmt":"2017-04-17T12:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/vocella.de\/?p=700"},"modified":"2017-10-09T16:18:36","modified_gmt":"2017-10-09T14:18:36","slug":"foradori-teroldego-morei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vocella.de\/index.php\/weine\/rotweine\/foradori-teroldego-morei\/","title":{"rendered":"Foradori Teroldego Morei"},"content":{"rendered":"<p>Der Morei ist ein lagen-rein ausgebauter Teroldego von <a href=\"https:\/\/vocella.de\/index.php\/2017\/04\/05\/elisabetta-foradori-auf-dem-weg-zum-idealen-rotwein\/\">Elisabetta Foradori<\/a> und steht exemplarisch f\u00fcr die Einstellung der Winzerin: das Land macht den Wein. Der Name Morei stammt aus dem lokalen Dialekt und bedeutet etwa soviel wie dunkel. Ein gut gew\u00e4hlter Name: die Trauben als auch sp\u00e4ter der Wein sind tief dunkel violett-rot. Im Fall des Morei liegt die Fl\u00e4che von ca. 2,5ha nahe dem Weingut Foradori inmitten des alten Schwemmlandes des Noce. Urspr\u00fcnglich von Gletschern \u201ebearbeitetes\u201c Material, bestehend aus Felsen und Ger\u00f6ll, wurde vom Fluss Noce ins Tal transportiert und dominiert heute den Boden dieser Lage. Ein sehr mineralischer Untergrund, was sich auch sp\u00e4ter im Wein wiederfindet. Die dort angepflanzten Reben sind heute rund 30 Jahre alt und wurden im Guyot-System erzogen. Der Ertrag pro Pflanze ist hierbei deutlich geringer als bei der traditionellen Pergola, aber der Most und damit auch der Wein k\u00f6nnen konzentrierter werden.<\/p>\n<div style=\"float: right; margin: 8px;\">\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Foradori Teroldego Morei\" src=\"\/\/vocella.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/foradori_morei_b.jpg\" alt=\"Foradori Teroldego Morei\" height=\"600\" \/><\/p>\n<\/div>\n<p>Im Falle Foradori macht wirklich das Land den Wein. Es wird biodynamisch angebaut, keine k\u00fcnstlichen D\u00fcngezugaben, keine Pestizide. Nicht einmal die ber\u00fchmt ber\u00fcchtigte \u201eBordelaiser Br\u00fche\u201c, eine Kupfer-Sulfat-L\u00f6sung, kommt zum Einsatz. So hat der Boden \u00fcber die Jahre die Chance, seine eigene gesunde Mikro-Fauna und -Flora auszubilden. Der Einfluss dieser Bodenzusammensetzung auf Qualit\u00e4t und Charakter der Weine ist ein Faktor der noch bei wenigen Winzern beachtet wird. Erst seit wenigen Jahren befassen sich wenige internationale Spezialisten ausschlie\u00dflich mit der detaillierten Bodenzusammensetzung und deren Einfluss auf verschiedene Rebsorten.<\/p>\n<p>Nach der Ernte Ende September werden die Trauben entrappt (von den Stielen befreit) und sehr vorsichtig gemahlen. Anschlie\u00dfend verbleiben die Trauben f\u00fcr acht Monate in der Amphore. Es wird kein Abstich vorgenommen, es wird nichts umgepumpt. G\u00e4rung und Reifung des Weines erfolgen quasi in einem langen Arbeitsgang. Elisabetta Foradori vertraut da ganz auf die vorhandenen nat\u00fcrlichen Hefen und Bakterien, die diese Prozesse steuern. Die Ton-Amphore hat den Vorteil zwar atmungsaktiv zu sein, aber keinen direkten Luftkontakt zuzulassen. Auch gibt sie keine Aromastoffe an den Wein ab, sondern transportiert auf ideale Weise den Aromencharakter der Trauben.<\/p>\n<p>Nachdem Elisabetta Foradori in ihren Anfangsjahren erst einmal den Teroldego an sich als Spitzenwein etablieren wollte, was ihr mit dem Granato eindrucksvoll gelungen war, war die Zeit\u00a0 2011 reif, auch ihre Cru-Lagen separat auszubauen und zu vermarkten. Neben dem Morei existiert noch eine weitere Cru-Lage \u201eSgarzon\u201c, die als eigenst\u00e4ndiger Wein produziert wird.<\/p>\n<p>Vor Ort und @home verkostet habe ich den 2015er Morei. Schon der Duft ist einzigartig. Dezente Fruchtnoten nach Brombeeren und Waldbeeren paaren sich mit D\u00fcften nach Veilchen, feuchtem Waldboden und schwarzem Tee (mineralische Noten). Auf der Zunge entfalten sich diese Aromen weiter, dazu gesellen sich leicht pfeffrige Noten. Obwohl der Morei in der Amphore und nicht in Holz\u00a0 ausgebaut wurde, schmeckt man ebenfalls Ahnungen von Vanille und Zeder heraus. Eine insgesamt k\u00fchle dezente Mineralik und ausgewogene Tannine runden den Geschmack ab. Kein hoher Alkoholgehalt st\u00f6rt oder dominiert die Charakteristik des Weines. Mit 12% Alkoholgehalt ist er fast ein leichter Wein, aber nur was den Alkohol angeht, die Aromen sprechen eine andere Sprache. Der Knaller kommt aber zum Schluss. Ein derartiges Aromenspiel w\u00e4hrend des\u00a0 lang anhaltenden Abgangs habe ich selten erlebt.<\/p>\n<p>Der Morei ist kein vordergr\u00fcndiger oder sehr kr\u00e4ftiger Wein. Aromen, Mineralik und Tannine sind aufs Feinste komponiert und sollten dezidiert genossen werden. Als Begleiter von stark gew\u00fcrztem Essen oder sehr kr\u00e4ftigem K\u00e4se wird er etwas untergehen, der Morei m\u00f6chte alleine f\u00fcr sich stehen und das schafft er auch ganz hervorragend.<br \/>\nZur Zeit werden nur rund 8.000 Flaschen pro Jahr produziert, was den Preis nat\u00fcrlich ein wenig weiter oben landen l\u00e4sst. Der Morei ist in etlichen Online-Shops als auch bei lokalen H\u00e4ndlern zu erhalten und wird zumeist um die 30,- Euro gehandelt.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li class=\"western\">Morei Teroldego Vigneti Delle Dolomiti IGT<\/li>\n<li class=\"western\">100% Teroldego<\/li>\n<li class=\"western\">12% Alkohol<\/li>\n<li class=\"western\">Mezzolombardo, Trentino<\/li>\n<li class=\"western\">8 Monate G\u00e4rung und Reifung in der Amphore<\/li>\n<li class=\"western\">Jahresproduktion: ca. 8.000 Flaschen<\/li>\n<li class=\"western\"><a href=\"http:\/\/www.elisabettaforadori.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.elisabettaforadori.com<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Morei ist ein lagen-rein ausgebauter Teroldego von Elisabetta Foradori und steht exemplarisch f\u00fcr die Einstellung der Winzerin: das Land macht den Wein. Der Name Morei stammt aus dem lokalen Dialekt und bedeutet etwa soviel wie dunkel. 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