Aldegheri Dindarella

Aldegheri Dindarella, Valpolicella einmal anders

Viele Weinliebhaber, die schon einmal einen Valpolicella-Wein getrunken haben, haben vermutlich schon Dindarella getrunken. Nicht pur als Dindarella, sondern als regelmäßiger Bestandteil eines der Veroneser Cuvées. So häufig sie dort noch anzutreffen ist, so selten wird sie sortenrein ausgebaut. Neben dem Valpolicella wird die Dindarella in nennenswerten Mengen noch im Valdadige als Pelara angebaut. Einer der wenigen im Valpolicella, die Dindarella schon fast traditionell anbieten ist die Cantine Aldegheri. Aldegheri ist keiner der ganz großen Player im Valpolicella, wie z.B. Masi oder Allegrini, aber mit immerhin 42ha unter Reben schon eine Hausnummer. Keiner der mir sonst so am Herzen liegenden Kleinbetriebe, aber seit 1956 fest in Familienhand, bietet die Kellerei mit Flächen im Valpolicella, Lugana, Bardolino und Custoza alle DOCs und DOCGs dieser Gebiete an. Allein vier verschiedene Amarone sind im Angebot.

Aldegheri DindarellaNach meiner Serie über die Rebsorten des Valpolicella war und bin ich auf der Suche nach sortenreinen Weinen der verschiedenen Reben. Auf den Dindarella der Cantine Aldegheri war ich während des Besuchs der ProWein 2018 in Düsseldorf gestossen. Der Besuch des Weinguts gestaltete sich zwar eher unerfreulich, aber immerhin konnte ich den Dindarella erstehen.

Aldegheri baut die autochthone Sorte in den Hügeln nordwestlich von Verona an. Auf einer Höhe von 150-300m wachsen die Reben auf glazial überformten Böden, d.h. die letzte Eiszeit hat hier viel kalkhaltigen Boden mit hohem Geröllanteil „liegen lassen“. Die mit 30-50 Jahren recht alten Rebstöcke hier werden ausschließlich in der klassischen Veroneser Pergola erzogen und wachsen in Süd-West-Exposition.

Auf der Messe, vor Ort und @home habe ich den 2013er Jahrgang verkostet. Hell kirschrot zeigt er sich im Glas mit leichten rosa Reflexionen. Das Bouquet wird dominiert von fruchtigen Noten: Kirsche, Ananas und Trockenfrüchte. Leicht pfeffrig und mit fruchtig-süßen, fast floralen, Aromen, die mich an englisches Weingummi erinnern. Auf der Zunge dominieren dann vollends die Früchte. Volle Aromen von Kirsche, Trockenfrüchten und Pflaume. Wieder, allerdings nur sehr leichte, pfeffrige Anklänge und eine Ahnung von Ingwer. Aldegheri lässt die Trauben nach der Ernte noch für 60 Tage trocknen und vergärt die Trauben für 15-20 Tage bei kontrolliert niedrigen Temperaturen. Nach Abschluss reift der Dindarella für eine kurze Zeit in kleinen Barrique, um nach Abfüllung noch acht Monate in der Flasche zu reifen. Mit der Reifung im Barrique hätte Aldegheri ruhig mutiger sein können, denn Gerbstoffe schmeckt man leider kaum. Was bleibt ist ein sehr fruchtiger und leichter Wein mit keinem nennenswerten Abgang. Interessant ist aber der aromatische Gesamtzusammenhang. Wenn die Dindarella auch nur zu max. 10% Eingang in die Cuvées des Valpolicella findet, so erkennt man doch die Dindarella-Aromen dort wieder. Wem ein Amarone oder Ripasso zu kräftig und ein Classico vielleicht zu beliebig ist, dem sei der Dindarella empfohlen. Die Cantine Aldegheri ist bestens im Markt vertreten und so ist auch der Dindarella bei einigen Online-Händlern erhältlich.

  • Aldegheri Dindarella IGT
  • 100% Dindarella
  • 13% Alkohol
  • Valpolicella, Classico Gebiet, Veneto, Italien
  • Spontanfermentation, 6 Monate Reife im Barrique, 8 Monate Flaschenreife
  • http://www.cantinealdegheri.it/
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