Nero d'Avola DRUS der Cantine Gulino

DRUS Nero d’Avola IGT

Photo by Cantine Gulino

Die Nero d’Avola (der Schwarze aus Avola) Rebe ist ein Kind Siziliens und wird dort seit Jahrhunderten angebaut und fast ausschließlich dort. Die präzise Herkunft der Rebe ist nicht ermittelt, jedoch deutet vieles darauf hin, dass schon die alten Griechen bei der Besiedelung der Insel die Rebe mit sich brachten.

DRUS Nero d'Avola der Cantine Gulino

Der Nero d’Avola fristete lange ein unauffälliges Dasein als Verschnitt-Wein und vor allem als Füllwein, wurde oft mit Nero Mascalese und Frappato in Cuvees gefasst. Die Modetrends im Wein-Business führten auch zu vielen Kompositionen mit internationalen Reben wie dem Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah. Sortenrein ist er häufiger erst seit den 90er Jahren anzutreffen. Der Nero d’Avola ist ein IGT (Indicazione Geografica Tipica), ist also ein „typischer“ Wein für die Region, es herrscht jedoch keine geografische Beschränkung. So setzen mittlerweile auch einige Winzer aus dem Westen der Insel auf den Nero d’Avola.

Die Cantine Gulino hat von Beginn an auf den Nero d’Avola gesetzt. Die Reben wachsen auf Meereshöhe auf Böden mit Sand-, Sandstein- und Kalksteinsedimenten sehr alten maritimen Ursprungs. Das Wort DRUS stammt vom alten griechischen Begriff für Eiche ab und deutet bereits auf den Ausbau hin.

Der DRUS wird nach der Lese Mitte September in Edelstahltanks fermentiert und reift danach mindestens 12 Monate in Fässern aus französischer Eiche. Getestet habe ich den 2013er Jahrgang des DRUS, den wir, wie bereits im Vorbericht zur Cantine Gulino erwähnt, direkt vor Ort gekauft hatten. Der Versand nach Deutschland ist kein Problem und kostet auch nicht die Welt.

Der Nero d’Avola ist ein tiefdunkler Rotwein, der viele Aromen dunkler Früchte in sich trägt. So auch der DRUS: In der Nase schlagen einem noch weiche Aromen von Kirsche und Kakao entgegen, Kräuternoten schwingen mit und man meint fast, die nahe Küste riechen zu können. Er verbleibt sanft auf der Zunge mit klarer Aromatik, um sich dann im Abgang heftig zu entfalten. Kirsche, Pflaume, Brombeere, Schokolade und kräftige Kräuternoten. Die klaren Fruchtaromen hat der DRUS mit vielen Nero d’Avolas gemein, die 12 Monate im Eichenfass runden ihn aber erst wirklich ab. Die Fruchtnoten nehmen sich etwas zurück und er gewinnt ganz klar an Charakter und Tanninen. Der DRUS sollte nicht all zu alt werden im Keller, vier bis sechs Jahre sollten aber kein Problem darstellen.

Ich habe bei meiner Recherche einige wenige Online-Händler gefunden, die Weine der Cantine Gulino anbieten, ich kann jedoch nur dringend empfehlen, wenn möglich, vor Ort zu kaufen. Die Aufschläge des Online-Handels gehen von erheblich bis unverschämt.

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