Novaia Ripasso

Novaia Ripasso Classico Superiore

Graphic by Michael Sinne

Die Familie Vaona vom Weingut Novaia betreibt seit dem Wechsel auf die vierte Generation einen gewissen Modernismus bei seinen Weinen, ohne den klassischen Valpolicella Geschmackskorridor vollends zu verlassen. Noch als wirklich klassisch ausgebaut darf der Ripasso von Novaia gelten.

Im Unterschied zu den beiden Amarone, einem Superiore und dem Recioto bezieht der Ripasso seine Trauben aus mehreren Anbauflächen Novaias. So stammen die Trauben sowohl von jungen 15-jährigen Reben, als auch von älteren, noch in der Pergola gezogenen, 40-jährigen Pflanzen. Verwendung finden hier Corvina, Corvinone und Rondinella. Selbige wachsen auf etwa 300m Höhe in Süd-Ost Exposition auf einem schweren Tuff-Lehm-Boden. Nicht sehr nahrhaft für die Pflanze, muss dafür aber auch in sehr heißen Sommern (z.B. in diesem Jahr) nicht bewässert werden.

Novaia Ripasso Classico SuperioreNach der Ernte Ende September wird die Maische für 7 Tage der Spontanfermentation überlassen. Bei der folgenden kalten Mazeration bei kontrollierter Temperatur reift der Wein vorerst zu einem „normalen“ Classico. Nachdem die Gärung des Amarone und des Recioto abgeschlossen sind, darf der vorläufige Wein auf dem Trester der beiden Vorzeigeweine ein zweites Mal gären und entwickelt hierbei die für den Ripasso so typische Charakteristik. Nach Abschluss der Zweitgärung landet der Novaia Ripasso bei 14% Vol. und reift für 12 Monate in kleinen Barriquefässern und anschließend für vier Monate in der Flasche.

Vor Ort und @home habe ich den 2014er Ripasso verkostet. In der Nase schlägt mir konzentrierte Frucht entgegen. Der dunkel und dicht rubinrote daher kommende Ripasso trägt Düfte von Kirsche, schwarzer Johannisbeere und Brombeere mit sich. Sehr leichte Wald- und Kräuteraromen unterstützen das. Nach der noch fruchtigen Ankunft breitet sich ein warmes sattes Aromenspiel im Mundraum aus. Kirsche, Johannisbeere, Pflaume gesellen sich zu deutlichen, aber sanften Gerbstoffen. Keine überbordende Fruchtdominanz wie in zahlreichen anderen Ripassi, aber auch nicht zu viele Tannine, wie nach 12 Monaten Barrique vielleicht denkbar wären. Eine prima Struktur, die auch im Abgang anhält, mit einer feinen Mineralik. Ein rundherum gelungener Ripasso, der vor Ort zu einem sehr fairen Preis erworben werden kann. Leider ist mir kein Händler in Deutschland bekannt, der ihn vertreibt.

  • Novaia Ripasso Classico Superiore DOC
  • 50% Corvina, 20% Corvinone, 30% Rondinella
  • 14% Alkohol
  • Marano, Veneto, Italien
  • Ripasso-Methode mit Trester von Amarone und Ripasso
  • 12 Monate Reife im Barrique, 4 Monate Flaschenreife
  • http://www.novaia.it/
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