Speri Amarone

Speri Amarone della Valpolicella Classico 2007

Photo by Michael Sinne

Weihnachten naht mit großen Schritten und da kann man schon einmal das ein oder andere richtig gute Fläschchen aufmachen. Um mich richtig auf die Feiertage einzustimmen habe ich eine Flasche aus dem Keller geholt, die jetzt eigentlich den Höhepunkt erreicht haben müsste: Einen Speri Amarone aus dem Jahre 2007. Den 2007er Speri hatte ich auf einer unserer ersten Valpolicella-Touren vor 7 oder 8 Jahren gekauft. Damals vor Ort für 35,- Euro! Heute wird der Jahrgang von Speri auf den Handelsplattformen für um die 100,- pro Flasche gehandelt.

Speri Amarone 2007Über Speri hatte ich ja bereits ausführlich berichtet, über den Superiore ebenfalls. Der Amarone wird genau wie der Superiore lagenrein am Monte Sant Urbano in Fumane auf 280-350 Metern Höhe angebaut. Auf Kalk-Tuff gedeihen dort Corvina, Corvinone, Rondinella und Molinara für den Amarone. Ende September oder Anfang Oktober, je nach Reifegrad, werden die Trauben von Hand geerntet und selektiert. Für rund 100 Tage trocknen die Beeren bis sie ca. 40% ihres Wassers verloren haben. Bei kontrolliert niedriger Temperatur findet die Fermentation in großen Edelstahltanks statt. Nach Abschluss derselben reift der Amarone für 24 Monate in kleinen französischen Barrique, danach weitere 18 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche und schließlich 12 Monate in der Flasche. Er ist also bereits fast vier Jahre gereift bevor er mit 15% Alkoholgehalt in den Verkauf geht.

Ewig dekantiert bei optimaler Temperatur kann ich es kaum erwarten. Tief dunkelrot und sehr dicht prangt er mir entgegen. Das Bouquet ist schon der Wahnsinn. Brombeeren, kräftige Kräuteraromen und bittere Schokolade. Auf der Zunge landen schließlich wieder Brombeeren, Trockenfrüchte, dunkle Schokolade und auch schon spürbare Tannine. Weiter hinten entfaltet sich dann eine wunderbar kräftige mineralische Gerbstoff-/Frucht-Melange. Ja, der 2007er ist wirklich auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Kräftig, trocken, aber trotzdem wohl dosierte Fruchtaromen und immer rund. Nie aufdringlich oder „too much“. Jederzeit in der Struktur. Der Abgang hält ewig, noch Minuten später kann ich die Aromen identifizieren. Wow, was für ein Amarone. Mit jedem Schluck scheint er noch besser zu werden.

Ich hatte ihn schon damals vor Ort verkostet und war begeistert. Genau so wie vor einigen Jahren als ich ihn das erste Mal wieder aus dem Keller geholt hatte, aber den Gipfel hat er zweifellos jetzt erreicht.
Solltet ihr jemals die Möglichkeit haben, einen 2007er Speri Amarone zu kosten oder zu erwerben – zuschlagen. Die günstigere Alternative wären einige jüngere Jahrgänge, wie z.B. der 2012er, der auch fantastisch ist. Ich freue mich jetzt schon auf 2022, wenn ich den nach 10 Jahren aufmache.

  • Speri Amarone della Valpolicella Classico DOCG – 2007
  • 70% Corvina & Corvinone, 25% Rondinella, 5% Molinara
  • 15% Alkohol
  • Fumane, Valpolicella
  • 24 Monate Reife in kleinen französischen Barrique
  • 18 Monate Reife in slawonischen Tonneau
  • 12 Monate Flaschenreife
  • http://www.speri.com/

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