Blick ins Illasital

Falezze Valpolicella Superiore

Photo by Michael Sinne

Anfang 2016 bin ich mit diesem Blog gestartet. Der erste Wein, den ich besprochen habe, war ein Ripasso von Falezze. Ich bin mit Falezze ins Jahr gestartet und möchte es auch mit einem Falezze-Wein beenden. Die Weine von Sofia und Luca Anselmi begleiten uns nun schon einige Jahre. Von den meisten ihrer Weine haben wir mehrere Jahrgänge im Keller liegen und jeder einzelne dieser Weine, sei es der Superiore, der Ripasso oder der Amarone haben in den letzten Jahren nochmals sehr an Qualität gewonnen. So wurde, fast folgerichtig,  jüngst bei der Mundus Vini Sommerverkostung der Falleze 2011er Amarone zum „Best of show Amarone“ gekürt.

Falezze Valpolicella Superiore

Dieses Qualitätswachstum hat auch der Superiore hinter sich. War der 2010er schon ein sehr guter Valpolicella-Tropfen mit 13,5%, so ist der aktuelle 2012er schon fast ein Amarone geworden. Wie auch der Amarone und der Ripasso wird der Superiore aus Corvina, Corvinone, Rondinella und Oseleta komponiert, und zwar im selben Mischnungsverhältnis. Die 20-40 jährigen Reben wachsen auf ca. 250m über Meereshöhe im Illasital auf von Lehm durchzogenen, sehr kalkhaltigen Böden.

Ebenfalls analog zum Amarone werden die Trauben des Superiore nach der Lese, die selbstverständlich per Hand erfolgt, noch ein Weilchen getrocknet. Keine 120 Tag wie beim Amarone, aber ausreichend lang, um dem fertigen Wein zu einem Alkoholgehalt von 14,5% und einem sehr hohen Trockenextraktgehalt zu verhelfen. Nach der Gärung reift der Falezze Superiore für 18 Monate in neuen oder einmalig benutzten Fässer aus französischer Eiche.

Der Valpolicella Superiore 2012 weist ein klares kirsch- bis rubinrot auf. Das Bouquet bietet der Nase Düfte von Sauerkirsche, schwarzer Johannisbeere, Brombeere und Kräutern sowie leicht pfeffrige Noten. Nach einer kräftigen Ankunft und einem weichen Übergang zeigt sich eine wunderbare Aromenvielfalt von Kirsche, schw. Johannisbeere, dunkler Schokolade, Lakritze, Nelke und Muskatnuss. Dieser Genuss verabschiedet sich mit einem sehr langen komplexen und runden Abgang.

Dieser Superiore ist einer der besten Weine, die ich dieses Jahr 2016 trinken durfte und schlägt so manchen Amarone, den ich im Glas hatte, locker aus dem Feld. Aromenfülle und -dichte, die Balance aus Säure, Alkohol und Extraktstoffen – einfach fantastisch.

Vom 2012er Superiore produzierte Falezze nur wenige Tausend Flaschen. Leider sind selbige immer noch nicht über den Handel erhältlich. Sofia und Luca kooperieren aber mittlerweile mit einem Logistikpartner in Deutschland, so dass der Versand nun kein Problem mehr darstellt.

  • Falezze Valpolicella Superiore DOC
  • ca. 40% Corvina, 30% Corvinone, 15% Rondinella, 5% Oseleta
  • 14,5% Alkohol
  • 250 über Meereshöhe, Illasital
  • 18 Monate Fassreife
  • Jahresproduktion: ca. 4.000 Flaschen
  • http://www.falezze.it
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