Trebbiano

Suavia Massifitti Trebbiano di Soave

Normalerweise besuche ich erst die Winzer und verkoste dann die Weine und schreibe darüber. In diesem Falle habe ich die Reihenfolge einmal umgekehrt. Das Weingut Suavia, welches von den drei Tessari-Schwestern geführt wird, steht schon eine Weile auf der Besuchsliste für die nächste Tour. Nun ergab es sich, dass ich bei einer Weinbestellung die Möglichkeit hatte, den Massifitti quasi als „Kistenvollmacher“ mit zu bestellen.

Suavia MassifittiIn der Preiskategorie um die 10 Euro erwarte ich einen halbwegs ordentlichen Trebbiano, der womöglich nicht heraus sticht, aber guten Gewissens auf den Tisch gebracht werden kann 😉 Zu meiner großen Überraschung erwies sich der Massifitti aber durchaus als mehr. Das Weingut selbst werde ich nach meinem Besuch noch ausführlich vorstellen, hier jetzt nur so viel: Seit 1982 produziert die Familie Tessari eigene Weine. Das mittlerweile von den Töchtern des Hauses geführte Gut setzt dabei ausschließlich auf die zwei Sorten Trebbiano und Garganega. Die rund 12ha Anbaufläche liegen im klassischen Soave-Gebiet, allerdings in den Hügeln im Norden auf rund 300 Metern Höhe.

Verkostet habe ich den erst vor wenigen Wochen frei gegebenen 2016er Jahrgang des Massifitti. Der 100%ige Trebbiano wird Mitte September geerntet, sanft gepresst und dann der Spontanfermentation überlassen. Nach Abschluss der Gärung reift er ungefiltert für 15 Monate in Stahltanks, nach der Filtrierung weitere 12 Monate auf der Flasche. Hell strohgelb leuchtet er im Glas und erinnert mich schon optisch sofort an einen Lugana, der ja nun auch ein reiner Trebbiano ist. Im Bouquet dominieren Aromen von Pfirsichen, Birnen und Quitten, aber nie vordergründig voll-fruchtig, sondern begleitet von einer sich ankündigenden Mineralik und Säure, welche sich auch im Mundraum wiederfinden. Pfirsiche und Birne auch hier, dazu junge grüne Äpfel, begleitet von einer verblüffenden „Understatement“-Mineralik und einer frischen Säure. Überraschend gute Struktur, dabei sanft und weich. Auch der Abgang ist für einen jungen Trebbiano bemerkenswert deutlich und vergleichsweise lang. Die vulkanischen Böden, der große Tag-Nacht-Temperaturunterschied und die lange Reifezeit haben hier wohl ganze Arbeit geleistet. Wer gerne einen guten Lugana trinkt, von den Preisen der wirklich guten aber etwas abgeschreckt ist, sollte hier mal einen Schluck riskieren. Der Bezug stellt kein Problem dar, die Weine von Suavia sind mittlerweile bei zahlreichen Offline- wie Online-Shops erhältlich.

  • Suavia Massifitti Trebbiano di Soave IGT
  • 100% Trebbiano di Soave
  • 12,5% Alkohol
  • Soave, Venetien, Italien
  • Spontanfermentation
  • 15 Monate Reife im Stahltank, 12 Monate Flaschenreife
  • https://www.suavia.it/

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